10 Dinge über das Leben

Im Internet gibt es Millionen Seiten, mit Tipps und Tricks zu einer besseren Lebensführung. Man wird mit Tonnen von Hinweisen zugeschüttet, die zu wissen behaupten, was man über das Leben wissen muss. Das ist alles nichts neues. Über die Seite Lifehack.org, die ich sehr empfehlen möchte, bin ich auf eine Diskussion bei Quora.com gestoßen. Ein Nutzer hat dort die folgende Frage gestellt (die Übersetzung stammt von mir):

 

Life: What are the top 10 things that we should be informed about in life?
As ambiguous and ridiculous this question sounds, I hope you get the gist of what I mean. What main things should a person know about in life?

(Das Leben: Was sind die 10 wichtigsten Dinge, die man über das Leben wissen sollte?
So zweideutig und sinnlos diese Frage auch klingt, so hoffe ich doch, dass ihr den Kern dessen begreift, was ich meine. Was sind die Dinge, die man über das Leben wissen sollte?)

 

Eine Antwort sticht dabei besonders heraus. Sie stammt von dem ehemaligen amerikanischen Poizisten Justin Freeman. Ich möchte hier meine deutsche Übersetzung seiner Antworten anbieten. Das Original findet ihr hier.

1. Erkenne, dass sich niemand für dich interessiert. Und wenn sie es trotzdem tun, sollte es dich nicht interessieren.

Du hast ein neues Auto? Das interessiert niemanden. Für ein paar Wochen werden einige Leute kommen und glotzen – aber es kümmert sie letztlich nicht. Sie sind nur neugierig. In drei Wochen wird dein Auto nur noch ein zusätzliches glänzendes Ding unter tausenden anderen auf der Autobahn, in den Garagen oder auf der Straße vor deinem Haus sein. Und die Menschen werden sich um dein Auto genauso viel kümmern, wie um all die anderen Autos da draußen. Du hast neuen Schnickschnack? Neue Kleidung? Du warst in einem tollen Restaurant oder hast in einer exotischen Gegend Urlaub gemacht? Auch das kümmert niemanden. Baue dein Glück nicht auf dem Interesse anderer Menschen auf. Sie werden kein wirkliches Interesse haben. Und wenn sie dennoch Interesse zeigen, wollen sie entweder dein Zeug oder sie hassen dich dafür.

 

2. Einige Regelbrecher werden Regel Nummer 1 brechen.

Manchmal werden Menschen in dein Leben treten und entgegen der Wahrscheinlichkeit tatsächlich Interesse an dir haben. Nein, es geht immer noch nicht um deinen Besitz. Aber wenn sie dich schätzen und Interesse an dir haben, dann werden sie es schätzen, wenn du es zu schätzen weißt. Wenn du über all die Dinge redest, die sonst niemanden interessieren, werden sie in deine Augen schauen und jedes deiner Worte verschlingen. Und in diesem Moment wirst du wissen, dass sie ganz bei dir sind.

 

3. Verbringe die Leben mit den Regelbrechern.

Heirate sie, mache sie zu Freunden, arbeite mit ihnen. Verbringe deine Wochenenden mit ihnen. Egal wie viel Macht du besitzt, du wirst nie jemanden dazu bringen können, wirklich Interesse an dir zu haben – also versammele diejenigen um dich, die es tun.

 

4. Geld ist billig.

Das heißt, es gibt jede Menge davon. Billionen über Billionen fließen um die Welt. Und vieles davon ist Bargeld, dass sich jemand ausgedacht und ihm einen Wert zugeordnet hat. Bau dein Leben nicht darauf auf, einen etwas weniger kleinen Anteil dieses Geldberges in deinen Besitz zu bringen, und lass deine Großzügigkeit diesen Grundsatz widerspiegeln. Ich kannte einen Mann, der von dem Verlangen getrieben wurde, einen sechsstelligen Betrag zusammen zu sparen. Er arbeitete, sparte und opferte vieles, um sein Ziel zu erreichen. Und er schaffte es … kurz bevor er an Krebs starb. Ich bin sicher, der neue Mann seiner Ehefrau schätzt seinen Eifer.

 

 

5. Geld ist teuer.

Das heißt, dass es manchmal sehr schwer sein kann, es in die Finger zu bekommen. Und du weißt nie, wann dir jemand den Boden unter den Füßen wegzieht – also gehe vernünftig mit deinem Geld um. Vermeide es, Schulden für Dinge aufzunehmen, die an Wert verlieren, und mache niemals Schulden, nur um deine Eitelkeit zu befriedigen (siehe auch Regel Nummer 1). Schulden sind zu einer Normalität geworden, aber nimm sie nicht hin als ein Übergangsritual zum Erwachsen werden. Schulden zeugen von einem Ungleichgewicht und manchmal auch von einem Kontrollverlust. Ein „Studentendarlehen“ kann man nicht immer vermeiden, aber es ist nicht unabdingbar – meine Frau und ich haben insgesamt 10 Jahre am College verbracht, ohne Schulden zu machen. Wenn du es aber nicht vermeiden kannst, sorge dafür, dass dein Abschluss eine Investition und keine Belastung ist. Ich bemitleide diejenigen, die Zehntausende von Dollar an Schulden für einen Abschluss in einem „Orchideenfach“ ausgeben ohne zu wissen, welchen Weg sie in ihrem Leben einschlagen wollen. Wenn du im Moment Geld für ein Studium ausgibst, nur weil du nicht weißt, was du sonst tun könntest, gehe lieber ein paar Wochen auf Reisen – du wirst dabei weniger Geld ausgeben und mehr lernen.

 

6. Erlerne die alte Kunst der Rethorik

Die Elemente der Rethorik in all ihren Formen treiben die Welt an. Denn sie beeinflussen die Entscheidungen, die die Menschen treffen. Wenn du verstehst wie sie funktioniert, wirst du in der Lage sein, hinter den Vorhang der Kommunikation zu blicken und zu erkennen, an welchen Hebeln die kleinen Männer ziehen, während alle andern Angst vor den Flammen und den dröhnenden Stimmen haben. Du wirst nicht nur gegen alle Arten von Werbung, Marketing und Verkaufstricks immun werden, sondern auch gegen die schönen Reden der Diebe und Lügner. Außerdem wirst du in der Lage sein, deine eigene Rede so zu gestalten, dass du selbst Menschen beeinflussen kannst. Wenn du weißt wie man sprechen muss, um die Überzeugung eines Menschen zu verändern, um jemandem Selbstvertrauen zu geben oder ein Kind zu beruhigen, dann weißt du, über welche Macht du verfügst. Aber bedenke immer, dass dein eigentlicher Gegner in jeder Debatte nicht die Person ist, die dir gegenüber steht, sondern die Ignoranz.

 

7. Du hast eine Verantwortung gegenüber jedem andern, aber du bist für dich selbst verantwortlich.

Ich glaube, dass wir gegenüber jedem für etwas verantwortlich sind und sei es etwas so grundlegendes, wie die Bestätigung seiner Menschlichkeit. Dennoch sollte es diese Zuständigkeit immer wieder auch darüber hinaus gehen. Sie sollte sich im Dienst an anderen greifbar werden, darin eine Stimme für die zu sein, die nicht selbst für sich sprechen können. Wenn du das hier ließt, dann gibt es Menschen, die es schwerer haben als du und die Respekt und Hilfe brauchen. Trotzdem bist du auch für dich selbst verantwortlich. Niemand wird dir Erfolg schenken oder dir Glück einträufeln. Darum musst du dich selbst kümmern.

 

8. Lerne, die Realität in Form von Systemen zu sehen.

Wenn du die Welt um dich herum als riesiges Netz von miteinander verbundenen, voneinander abhängigen Systemen verstehst, werden die Dinge weniger rätselhaft sein. Und je weniger wir dem Bereich der Magie zuordnen oder hinter einem Nebelvorhang existieren lassen, umso weniger anfällig sind wir für alle Versuche, übervorteilt zu werden. Dennoch:

 

9. Bereite dich auf unvorhergesehene Ereignisse vor.

Manchmal zerstört das Chaos die ausgefeiltesten Pläne. Und wenn du dein Leben ohne finanzielle, emotionale oder sonstige Spielräume lebst, wirst du dem Chaos hilflos ausgeliefert sein. Gehe Risiken ein, aber sorge für ein Sicherheitsnetz. Ich habe den starken Verdacht, dass diejenigen, die behaupten, es sei ein Zeichen von fehlendem Engagement einen Plan B zu haben, nicht unbedingt von der Hand in den Mund leben. Tu was nötig ist, um auf den Beinen und mit dem Kopf über Wasser zu bleiben.

 

10. Du brauchst andere Menschen und du brauchst sie nicht.

Du brauchst andere, weil du Teil einer Gemeinschaft sein willst und musst – es gibt einen Grund warum wir Einsiedler reflexartig bemitleiden. Unabhängig von deiner Theorie der Menschwerdung kann man nur schwer abstreiten, dass der wir für das Leben in einer Gemeinschaft gemacht wurden und das „wir“ immer mehr ist als „ich“. Trotzdem brauchst du keine andere Person, um deinem Leben einen Sinn zu geben – diese Vorstellung, die dir Disney in den Kopf gesetzt hat, dass es da draußen für jeden von uns jemanden gibt und wir nur fest daran glauben müssen und nie aufhören dürfen zu suchen, ist Unsinn. Schaffe dir dein eigenes Leben – und wenn du dann diese eine spezielle Person triffst, die du einfach in dein Leben integrieren musst, dann wirst du es wissen, glaube mir.

 

11. Gib immer mehr. als man von dir verlangt.