Muss Ordnung wirklich sein?

In den SciLogs bin ich auf einen interessanten Beitrag von Gunter Dueck gestoßen, der sich mit dem Thema Ordnung beschäftigt.

Der Autor schreibt darin, dass er sich durch das ständige „das macht man so“ terrorisiert fühle und stellt die Frage, ob Menschen tatsächliche eine feste Struktur benötigen, um richtig zu – ich sage mal – funktionieren.

Ordnung muss sein! Aber welche?

Gunter Dueck kommt zu dem Schluss, dass Strukturen und eine gewisse Ordnung durch aus ihre Berechtigung haben. Allerdings ist wichtig, woher diese Strukturen kommen. Ist es eine – wie er schreibt – „pflichtschuldige Disziplin der Regeleinhaltung fremder Vorschriften“ oder hat es mehr von „selbstauferlegter Disziplin für das Weltmeistertraining“? Es macht nämlich durchaus einen Unterschied, ob die Strukturen und die Ordnung von Außen aufgepflanzt oder aufgezwungen werden oder ob sie aus freier Entscheidung angenommen werden. Das eine hat mit Lob, Strafe und Zwang zu tun, das andere entsteht aus Betrachtung der eigenen Bedürfnisse und Selbsterkenntnis.
Jeder der zum Beispiel einmal ein Musikinstrument erlernt hat weiß, dass Disziplin zum Erreichen von Zielen unabdingbar ist. Die Frage ist nur, woher kommt diese Disziplin, die den Schüler dazu bringt, regelmäßig zu üben? Ist es der eigene Wille und das Wissen, dass sich das Ziel nur so erreichen lässt (und vor allem: ist es ein eigenes, selbst gewähltes Ziel)? Oder wird dieses Ziel von Außen aufgezwungen.

Am besten selbst geordnet

Ich persönlich habe für mich festgestellt, dass ich besser Arbeite, wenn ich einen gewissen Freiraum habe. Ich möchte meine Arbeit frei einteilen können und bin meist auch produktiver, wenn ich arbeiten kann, wie ich möchte. Dazu gehört auch, dass ich meine Zeit frei einteilen kann.
Zudem komme ich auch mit fremden, „vorgefertigten“ Zeit-/Termin-/Arbeitsplanungs-Systemen meist nicht wirklich zurecht. Inzwischen habe ich mir aus den jeweils passenden Teilen etwas eigenes gebastelt – und das Probieren, Testen und Modifizieren ist noch nicht vorbei.

Ich stimme also mit dem Autor des oben genannten Artikels überein: Ordnung, Struktur und Arbeitsweise sollten im Idealfall aus eigenem Antrieb und aus der Kenntnis über die eigenen Vorlieben und Bedürfnisse entstehen.
Eine Idealvorstellung? Sicher! Und vermutlich gibt es auch Menschen, die lieber fremdbestimmt Arbeiten. Aber auch diese Erkenntnis ist dann erst einmal zu erlangen.